Psychoonkologische/-soziale Versorgung im Land Brandenburg

„Wer steht Krebspatienten und Angehörigen im Land Brandenburg während der Krankheit mit psychoonkologischen/-sozialen Angeboten begleitend zur Seite?“.

Ein wichtiger Partner auf dem Gebiet der Onkologie im Land Brandenburg ist die Landesarbeitsgemeinschaft Onkologische Versorgung Brandenburg e. V. (LAGO). Sie vereint Institutionen, Verbände und Einrichtungen, die für Krebsvorsorge, Krebsfrüherkennung und die Versorgung von Krebskranken Verantwortung tragen. Eine ihrer Aufgaben ist die Umsetzung des Nationalen Krebsplans im Land Brandenburg.

Ein Arbeitsschwerpunkt der LAGO ist die Sicherstellung und Verbesserung der psychoonkologischen und psychosozialen Versorgung von Krebspatienten und ihren Familien. Die Kenntnis über die Versorgungslage psychoonkologischer und psychosozialer Angebote bildet die Grundlage für die Schaffung bedarfsgerechter struktureller Voraussetzungen. Vor diesem Hintergrund führte die LAGO im Auftrag des Brandenburger Gesundheitsministeriums im Zeitraum Oktober 2015 bis Januar 2016 eine entsprechende landesweite Bestandsaufnahme durch. Die wissenschaftliche Auswertung erfolgte in Kooperation mit der KV Consult- und Managementgesellschaft mbH.

Fragestellung

Die Fragestellung lautete „Wer steht Krebspatienten und Angehörigen im Land Brandenburg während der Krankheit mit psychoonkologischen/-sozialen Angeboten begleitend zur Seite?“.

Ergebnisse

Elf der Fragebögen kamen aus ambulanten Beratungsstellen (9%). Stationäre Einrichtungen waren mit 11% beteiligt. Der größte Teil der Fragebögen wurde von Psychotherapeutischen Praxen beantwortet (73%).

In den ambulanten Beratungsstellen zeigten sich bei näherer Betrachtung in der Art der Beratung sehr große Unterschiede. Lediglich drei Beratungsstellen bieten tatsächlich psychotherapeutische und/oder psychosoziale Angebote für Krebspatienten und deren Angehörige an. Alle drei Beratungsstellen haben mehr Anfragen von Krebspatienten als sie zeitlich bewältigen können. Bei den anderen acht ambulanten Beratungsangeboten handelt es sich ausschließlich um niederschwellige ergänzende Unterstützungsmöglichkeiten, wie beispielsweise die Weitergabe von Informationsmaterialien oder reine pflegerische Beratung.

Neben den ambulanten Beratungsstellen haben sich vierzehn stationäre medizinische Einrichtungen mit psychoonkologischen Angeboten an der Befragung beteiligt. In mehr als der Hälfte der Einrichtungen sind Mitarbeiter mit einer psychoonkologischen Zusatzqualifikation tätig. Jedoch gibt der größte Teil der Einrichtungen an, mehr Anfragen von Krebspatienten zu haben als zeitlich bewältigt werden können.

Ambulante psychotherapeutische Angebote sind in eher großer Zahl vorhanden. Jedoch zeigt sich auch hier, dass etwa die Hälfte der Psychotherapeutischen Praxen mehr Anfragen von Krebspatienten haben als sie zeitlich bewältigen können. Eine psychoonkologische Qualifizierung können lediglich 9% der Praxen vorweisen. Die Wartezeit auf einen Therapieplatz beträgt in der Regel mehrere Wochen bis Monate.

Zusammenfassung und Ausblick

Es gibt derzeit im Land Brandenburg nicht genügend qualitätsgesicherte psychoonkologische Versorgungsangebote mit einer gesicherten Finanzierung. Die Erhebungsergebnisse lassen auf Landesebene einen Handlungsbedarf im Bereich der psychoonkologischen/-sozialen Versorgung erkennen. Im Einzelnen bedeutet das: Die vorhandenen ambulanten und stationären Angebote müssen entlastet werden. Neue Angebote müssen geschaffen werden. Es ist eine an Qualitätskriterien orientierte nachhaltige Finanzierung, insbesondere für die ambulanten Angebote, zu etablieren. Und allen beteiligten Berufsgruppen, insbesondere im ambulanten Bereich, ist die Teilnahme an einer curricularen Fortbildung in Psychoonkologie zu ermöglichen. Im Kontext mit der 2016 vom Bundesministerium für Gesundheit in Auftrag gegebenen Bestandsaufnahme und Analyse der Psychoonkologischen Versorgung in Deutschland gilt es in den kommenden Jahren, die psychoonkologischen/-sozialen Versorgungsstrukturen im Land Brandenburg entsprechend des Bedarfes auszubauen.

Kontakt
Landesarbeitsgemeinschaft Onkologische Versorgung Brandenburg e. V. (LAGO)
Dr. Anja Bargfrede
Pappelallee 5, 14469 Potsdam
0331 2707172, post@lago-brandenburg.de

Kooperation
Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie Land Brandenburg
KV Consult- und Managementgesellschaft mbH, Felix Mühlensiepen

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